Wenn Ärzte zu Verbrechern werden
03. März 2009 09:29 Uhr | Kontrast Verlag




Pfalzfeld - Drei Jahre recherchierte der investigative Journalist und Buchautor Heinz-Peter Baecker zwischen Kiel und Garmisch-Partenkirchen, zwischen Dresden und Aachen. Unterstützt von zwei mutigen schwangeren Frauen suchte er verdeckt Frauenarztpraxen auf, um die Frage zu klären: Gibt es in Deutschland einen illegalen Embryohandel als Folge der Stammzellenforschung?

Einen ersten Hinweis, der Anstoß zu seinen Recherchen, erhielt Baecker 2005 von einem bekannten Gynäkologie-Professor. Zunächst erwiesen sich seine Recherchen für ihn als Mann äußerst schwierig. Er führte zwar Gespräche mit verschiedenen Frauenärzten, doch die meisten hielten ihn und die Gerüchte für verrückt und abwegig. Bei diesen Gesprächen wurde aber deutlich, dass es Möglichkeiten gibt, Embryos – ab der 8. oder 9. Woche spricht man von Föten – auf zwei völlig unterschiedliche Methoden für die Stammzellenforschung bereitzuhalten. Die eine Methode ist allgemein bekannt. Man friert den Embryo bei -172° C ein. Die andere stammt aus Japan. Hierbei wird durch eine künstliche Plazenta der Embryo sogar am Leben erhalten. Damit wuchs das Interesse des Journalisten an den Gerüchten um so mehr. Ihm war klar, dass weitere Recherchen nur in Form von Praxistests stattfinden konnten. Wichtigste Voraussetzung hierfür, er musste eine Frau finden, die bereits einmal entbunden hatte und nun wieder schwanger war. Nur an solchen Frauen konnte das Verbrechen begangen werden. Denn bei einer Erstgebärenden wäre die abgebrochene Schwangerschaft im Rahmen einer späteren Untersuchung aufgeflogen.

In seinem Bekanntenkreis befand sich zu diesem Zeitpunkt zufällig eine solche Frau, die seit Kurzem schwanger war. Sie erklärte sich spontan bereit, für ihn Frauenärzte zu besuchen und vorzugeben, plötzliche Unterleibschmerzen zu haben, aber nichts von einer Schwangerschaft zu wissen. Da dies nur in den ersten Schwangerschaftswochen glaubwürdig war, gelang es dem Autor kurze Zeit später eine zweite mutige Schwangere für seine Recherchen zu finden. In allen Fällen hat er die Frauen begleitet, saß also im Wartezimmer und hätte jederzeit rasch eingreifen können. Außerdem hatte er mit den beiden Frauen feste Vereinbarungen getroffen, wann das Arztgespräch und die Untersuchung sofort abgebrochen werden mussten. Baecker war trotzdem jedes Mal froh, wenn er zusammen mit seiner "Partnerin" die Praxis verlassen konnte ohne geoutet zu werden. Allerdings hatte sein Aufenthalt in den Wartezimmern auch den Vorteil, mit anderen Schwangeren unbefangen ins Gespräch zu kommen. Auch so erhielt er manche verdächtige Hinweise.

Das Ergebnis seiner Recherchen ist ebenso erschreckend wie grausam. In mindestens zwei Fällen, die er auch in seinem jetzt erschienenen Buch "Skrupellos" beschreibt, wurde vom Arzt ein "kleiner ambulanter Eingriff" dringend empfohlen, um die Schmerzen im Unterleib zu beseitigen. Die bei der Untersuchung zwangsläufig festgestellte Schwangerschaft wurde der Patientin gegenüber aber verschwiegen. Damit schien der Beweis geführt, dass hinter dem Hinweis des Professors nicht nur Gerüchte stecken, sondern ein kriminelles Netz von Ärzten, die ahnungslosen Frauen die Schwangerschaft verheimlichen, sie des Embryos berauben, um mit dem illegalen Embryohandel viel Geld zu verdienen.

Die Erkenntnis aus seinen Recherchen hat der Autor in einem spannenden Roman verarbeitet, der einem Thriller sehr nahe kommt. Orte der Handlungen und Personen wurden natürlich verändert. Trotz der frei erfundenen Rahmenhandlung steht die erschreckende Realität im Vordergrund der Geschichte.

Das Buch "Skrupellos" ist rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse im Kontrast Verlag erschienen, ISBN 978-3-941200-02-9, und kostet € 12,90.



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