Pro und Kontra Magenband
Berlin - “Blauwal”, “Fette Sau” oder “Deutsche Panzer rollen wieder”: mit solchen Beschimpfungen hatte Julia K. während ihrer gesamten Jugendzeit zu kämpfen. “Ich selbst fand mich nie fett, höchstens dick oder mollig. Beleidigungen sind daher an mir abgeprallt”, erzählt die Studentin. In der Zeit, über die sie berichtet, hat sie 127 Kilo gewogen. Der Wendepunkt kam plötzlich. Julia wollte eine Snowboardhose kaufen, weil sie eine Jugendgruppe zur Ski-Freizeit begleiten wollte. Da keine Hose passte, bekam sie an diesem Tag den Tipp von ihrer Mutter, sich ein Magenband einsetzen zu lassen. Sie hat sich auch operieren lassen, um das Übergewicht zu bekämpfen. Ihre Mutter hatte selbst viel mit Diäten, Jojo-Effekten und Stoffwechselstörungen zu kämpfen und wollte ihrer Tochter die Qualen ersparen. Das Band ist gut geeignet für Menschen, die zwar keine schlechten Essgewohnheiten haben, aber schlicht zu viel essen und extrem übergewichtig sind.
Nicht nur Vorteile Julia hat vorher bereits versucht, im Fitnessstudio abzunehmen. “Dort hatte ich immer das Gefühl, dass alle nur gucken. Ich bin nur ein paar Mal hingegangen”, berichtet sie. “Ich habe dann eingesehen, dass ich zu dick bin. Ab diesem Zeitpunkt war mein Schutzschild weg.” Sie habe eingesehen, dass ihr ganzes Leben nur aus Lügen bestand. Viele Tage und Diskussionen sind nach dem Gespräch mit ihrer Mutter vergangen und Julia hat sich für den Eingriff entschieden. Hürden standen der damals 20-Jährigen nicht im Weg. Sie war privat versichert - einen Kampf um die Kostenübernahme musste sie nicht führen. Nun lebt sie seit vier Jahren mit dem Band. Zwar hat Julia seitdem rund 40 Kilo abgenommen, muss aber dennoch mit einigen Einschränkungen leben. Essen gehen mit Freunden oder vor allem Geschäftspartnern ist für die junge Frau keine Freude. Durch den verengten Mageneingang kann sie kaum Nahrung aufnehmen. Obwohl sie immer gern und viel gegessen hat, vergeht Julia der Appetit. Die Portionen sind fast für Kinder zu wenig und im Restaurant bleibt der Teller praktisch voll. Sie kann auch nicht alle Speisen zu sich nehmen. “Geflügel und zartes Fleisch kann ich essen, Weißbrot hingegen wird beim Kauen klumpig. Diese Klumpen kommen nicht am Band vorbei, sondern legen sich über den Eingang. Ebenso Früchte und Gemüse, die eine feste Haut haben: Tomaten und Orangen beispielsweise. Beide lassen sich nur schwer zu richtigem Brei zerkauen”, schildert Julia.
Hautprobleme und schlechte Laune Neben den eingeschränkten Portionsgrößen hat Julia noch ein weiteres Problem. Durch die geringe Nahrungsaufnahme fehlen der Studentin wichtige Mikronährstoffe; Müdigkeit, schlechte Laune und Hautprobleme sind die Folgen. “Das Wort ’satt’ impliziert auch, dass man glücklich ist, ich sage stattdessen ‘voll’. Essen macht mich nicht mehr glücklich”, erklärt sie. Würde sie die Zeit zurückdrehen können, würde sie sich den Eingriff noch intensiver überlegen, auch wenn die Operation eine gute Basis zum abnehmen ist. Die Nachteile werden eben erst nach einer gewissen Zeit spürbar. Doch die Vorteile will sie nicht missen. Mittlerweile kann sie Treppen steigen, ohne dauernd pausieren zu müssen, in der S-Bahn stehen und in “normalen” Läden Klamotten kaufen. Ein Luxus, den sie vorher nicht hatte.
Weitere Informationen zum Magenband und den Kontakt zu Julia finden Sie bei
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