Gewerkschaftsvize bekräftigt Forderung nach Gesamtkonzept!
Duisburg - Nach der Ankündigung der Bundeskanzlerin, für Opel eine Bürgschaft positiv zu prüfen, fordert die Christliche Gewerkschaft Metall ein Gesamtkonzept für die angeschlagenen Branchen und Unternehmen. CGM-Vize Detlef Lutz sagte dazu in Duisburg: „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass Opel eine Bürgschaft in Aussicht gestellt wurde, halten es jedoch für dringend notwendig, nun in Richtung eines Solidarpaktes zu gehen. Unternehmen, Gewerkschaften und Politik müssen an einen Tisch und die Konzepte für die Zukunft besprechen und miteinander vereinbaren. Es kann nicht sein, dass es nach der Opel-Bürgschaft so weiter geht, wie bisher. Dann besteht die Gefahr, dass ein Großkonzern nach dem anderen auf der Matte steht und mit dem Hinweis auf Opel für sich ebensolche Bürgschaften fordert. Wir müssen dabei beachten, dass Dienstleister und Zulieferer noch härter betroffen sind, als die Hersteller selbst. Die klein- und mittelständischen Unternehmen sind schon bisher leise gestorben, die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze in Summe ist jedoch nicht geringer. Die Großen haben denen in der Vergangenheit die Bedingungen diktiert, damit muss nun ebenso Schluss sein!“ Die CGM, so Lutz, favorisiere ein Gesamtkonzept, in welchem sowohl die Lohnentwicklung, als auch die Arbeitsplatzsicherung und die steuerliche Belastung und staatliche Hilfen miteinander vereinbart und dann auch eingehalten werden, für mindestens 4 Jahre.
Zu beachten ist hierbei auch, dass wir es längst nicht mehr alleine in der Hand haben, unsere Wirtschaft zu managen. Wir haben zur Kenntnis zu nehmen, dass sowohl europäische, als auch im Zuge der Globalisierung weltweite Gegebenheiten zumindest mitbestimmend sind. Die Beteiligung der Arbeitnehmer an ihren Unternehmen, wie sie jetzt auch vom Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates von Opel gefordert wird, muss endlich progressiv umgesetzt werden. So etwas sollte man nicht nur in Notsituationen fordern, weil es dann nur darum geht, von den Beschäftigten einen Beitrag zu verlangen.
Mit einer Arbeitnehmerbeteiligung bleibt Kapital im Unternehmen, die Beschäftigten bestimmen mit und die Verantwortung wird breiter getragen. Dazu wird ein Sockeltarif vereinbart, der Staat entlastet die Arbeitnehmerhaushalte und die Unternehmen sichern Arbeitsplätze. Dies wäre ein Solidarpakt, wie man ihn sich vorstellen könnte. Opel zu retten bedeutet für die CGM, die Chance für einen Neubeginn sehen und nutzen!
Hintergrund: Der Landesverband NRW des Christlichen Gewerkschaftsbundes CGB ist mit rund 44.000 Mitgliedern der drittgrößte Gewerkschaftsverband im Bundesland . Bundesweit zählen die im CGB zusammengeschlossenen Christlichen Gewerkschaften rund 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Spitzenorganisation ist der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands. Die Christlichen Gewerkschaften vertreten Beschäftigte aller Branchen und Dienstleistungen und des öffentlichen Dienstes. Sie stellen Mitglieder In Betriebs- und Aufsichtsräten, ehrenamtliche Richter/innen der Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit und sind in den Selbstverwaltungen der gesetzlichen Sozialversicherung vertreten. Für einige Christliche Gewerkschaften stand die Wiege im Ruhrgebiet. So wurde die Christliche Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie im Jahr 1894 in Essen gegründet, die heutige Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) Im Jahr 1899 in Duisburg. Duisburg Ist heute der Sitz des CGB-NRW, sowie der Berufsgewerkschaft DHV und des CGM-Landesverbandes. Sitz des CGB-Bundesverbandes ist Berlin, die CGM sitzt in Stuttgart, die Berufsgewerkschaft DHV in Hamburg und die Gewerkschaft öffentlicher Dienst und Dienstleistungen in München. Wichtige CGB-Organisationen haben ihren Sitz in NRW. So die Lehrerinnengewerkschaft VkdL in Essen, die Christliche Gewerkschaft Postservice und Telekommunikation und die Gewerkschaft Union Ganymed In Bonn. Die Christlichen Gewerkschaften sind Tarifvertragsparteien In den bedeutendsten Branchen, des Handwerks und der Industrie.
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