Kopfschmerzen, Nierenversagen und Krebserkrankungen durch Schmerzmittelmissbrauch
Berlin - Mit der vehementen Forderung, dass Schmerzmittel in die Hand des Arztes gehören, sprach sich Mediziner Dr. Siegfried Spernau gestern auf der Pressekonferenz zur Präsentation des Gesundheitskostenplakates gegen freiverkäufliche Schmerzmittel aus. Die Risiken und das Nebenwirkungsspektrum von schmerzlindernden Medikamenten, die Patienten ohne Rezept in jeder Apotheke erhalten, ist besorgniserregend. Es reicht von Magen-Darm-Beschwerden, über erhöhte Blutungsneigung und Störungen der Blutbildung bis zu Kopfschmerzen, chronischem Nierenversagen und Krebserkrankungen. Trotzdem sind sieben von zehn der am häufigsten verkauften Arzneimittel gegen Schmerzen gerichtet. Insgesamt gaben die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr 213 Millionen Euro für schmerzlindernde Präparate aus, ist dem Gesundheitskostenplakat der imedo Medizinredaktion zu entnehmen.
Im Rahmen der Pressekonferenz in Berlin schilderte Spernau das Problem: Menschen mit einem Hexenschuss beispielsweise gehen zum Hausarzt, der sie zur Diagnostik an einen Facharzt für Radiologie und gegebenenfalls für Orthopädie zur speziellen Therapie überweist. Kassenpatienten bekommen jedoch oftmals erst nach Wochen einen Termin. Zur Überbrückung der Wartezeit kaufen sie sich dann Schmerzmittel. Doktor Spernau zweifelte die Beratungsqualität in Apotheken an. In Zeiten der Wirtschaftskrise denken Apotheker ans Verkaufen und weniger an die Beratung, kritisiert Spernau. „Inzwischen sind sogar hochwirksame Substanzen wie Diclofenac auch freiverkäuflich erhältlich“, sagt Spernau und weist darauf hin, dass der Arzneistoff Diclofenac jährlich mindestens 4.000 Todesfälle verursacht. In der Diskussion machte der langjährige Präsident der Berliner Ärztekammer Dr. med. Ellis Huber deutlich, dass Diclofenac damit jährlich mehr Opfer fordert als die Schweinegrippe bisher.
Verspätete Termine beim Arzt und die Freiverkäuflichkeit von Schmerzmitteln führt bei vielen Patienten zum Schmerzmittelmissbrauch und chronischen Krankheiten. Bestimmte Schmerzmittel und Dosierungen gehören in die Verschreibungspflicht und damit die Hand des Arztes, forderte er. Die Politik ist am Zug, für freiverkäufliche schmerzlindernde Produkte Dosierungs- und Einnahmebeschränkungen vorzuschreiben. Er forderte zudem eine bessere Beratung über die Risiken und Nebenwirkungen durch den Apotheker. Dr. med. Siegfried Spernau (67) ist in Neu-Isenburg niedergelassen, auf Schmerztherapie spezialisiert und hat vor wenigen Monaten den Hippokrates Award erhalten. Das Gesundheitskostenplakat des Internet-Gesundheitsportals
www.imedo.de zeigt Kosten und Strukturen des Gesundheitswesens umfassen auf.
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