Siegen - Die Ölkrise Anfang der 1970er-Jahre war lang vorbei, als der Kärntner Bildhauer Lorenz Wieser und der westfälische Schriftsteller Georg Hainer die Arbeit „Steter Tropfen“ fertigten. Es war Ende 1979 im Rahen des Projekts „Dichterisches Bildhauen“. Heute hat das Thema neue und höchste Aktualität. Die Macher waren der Zeit voraus.
Zum Objekt schrieb Hainer damals „Steter Tropfen bringt was ein, nur ölig muss der Tropfen sein“. Wieser schuf dazu einen großen hölzernen schwarzen Tropfen, der mit original Blattgold belegt ist und in denen Teile des Gedichts eingekerbt sind. Bei verschiedenen Ausstellungen fand die Darstellung, nach der Premiere auf dem Kärntner Nassfeld Anfang 1980, zwar Interesse, aber so richtig wahrhaben wollten die schon früher wichtige Thematik wenige. Niemand ahnte, welche Brisanz das Thema mal haben würde, so wie es jetzt aktuell ist und damals bereits geschrieben stand: „Ein zäher Saft regiert die Welt“.
Im Projektrahmen „Dichterisches Bildhauen“ nahmen Wieser und Hainer verschiedene Themen auf, deren weitere Entwicklung erwarten ließ, dass sie noch an Bedeutung zulegen würden. Viele der Werke wie „Medienkonsum“ über „Sport-Leistung“ bis zu „Scheidung“ haben inzwischen tatsächlich deutlich an Intensität zugenommen und einen gewaltigen Aktualitätssprung gemacht. Die meisten Arbeiten sind seit Jahren im breit gestreuten Privatbesitz. Der schwarz-goldene Tropfen aber ist noch vorhanden. Die Schaffens-Initiative bestand ursprünglich darin, dass ein Thema ausgewählt wurde, zu dem beide unabhängig arbeiteten. So entstanden dennoch im Endeffekt hohe Übereinstimmungen zwischen Bildhauerarbeiten und Lyrik oder einfachem Gedicht. „Das Gedicht ist quasi Metapher für die Plastik oder das Relief und umgekehrt“, sagt Hainer zu den Arbeiten. Den goldenen Tropfen und den Text dazu kann man unter www.buch-juwel.de auf der Titelseite anklicken oder direkt unter
www.buch-juwel.de/Service/Dichterisch/dichterisch.html anschauen. Als druckfähiges Originalbild lässt sich der „Tropfen“ einfach unter
buchjuwel@gmx.com anfordern.
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